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  • 01
    Wallfahrt nach Altötting
    freie Arbeit

    Zur Gnadenkapelle in Altötting, einem Marienheiligtum aus dem 15. Jahrhundert in Niederbayern, pilgern heute jährlich ca. 1 Million Menschen, die wenigsten davon freilich zu Fuß.

  • 02
    Die von mir begleitete Gruppe bricht jedes Jahr am Pfingstsamstag in Heimstetten bei München auf, um nach 95 Kilometern Fußmarsch Altötting am Montag Mittag zu erreichen.




  • 03
    Bei Regen und Sturm oder glühender Sonne ziehen 700 Menschen singend und betend durchs Land, Fahnen werden mitgeführt und eine geschnitzte Marienstatue – Patrona Bavariae, die Beschützerin Bayerns, ist das Ziel.



  • 04
    Dem Zug voran werden drei schwere Kreuze getragen, aber das ist nicht das einzige Gewicht, das man zur Gottesmutter trägt. Die Nöte und Sorgen eines ganzen Jahres, die Bitten um Hilfe und auch der Dank dafür befinden sich im Gepäck.



  • 05
    Die allermeisten sind mehr oder weniger fleißig praktizierende Christen, doch auch Buddhisten und Religionslose befinden sich in der Menge, die, oft auch schweigend, einen Fuß vor den anderen setzend einem Ziel zustrebt, das mit Worten kaum zu beschreiben ist. Der Weg ist gerade hier das Ziel, das Unterwegssein, 3 Tage im Jahr befreit von allem Alltag, die Mühsal des Weges, die Blasen an den Füßen, das Sich selbst Spüren und die Anderen, die auch singen und beten ...
    – die Demut ...
  • 06
    Ankommen möchte eigentlich fast keiner, zu gut ist hat man sich eingelaufen nach drei Tagen, es könnte noch weitergehen mit dem Gehen und Singen und Gehen und Beten und Gehen und Schweigen und Gehen ...



  • 07
    Am Pfingstmontag treffen sich zu Fuß gehende Gruppen aus verschiedenen Richtungen in Heiligenstadt, einige Kilometer vor Altötting, zur kurzen Rast, um dann gemeinsam im Wallfahrtsort anzukommen. Siebentausend sind es jetzt, die in die päpstliche Basilika von Altötting strömen, eine unglaubliche Energie von Freude, Erschöpfung, Dankbarkeit und christlichem Glauben erfüllt den Raum.

  • 08
    Zur abschließenden liturgischen Feier, die der Bischof zelebriert, wird geklatscht und gejubelt, die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich – man ist doch angekommen, hat den Weg hinter sich gebracht. Nach der Messe dann ist die Wallfahrt zu Ende, wieder ein Jahr, wo man dabei war, wieder ein Jahr, das man warten muß bis zum nächsten Mal.


  • 09
    An Devotionalienhandlungen vorbei gehen die meisten dann zum eigentlichen Ziel der Reise, der Gnadenkapelle der schwarzen Madonna, einem oktogonen Bau aus dem 7. Jahrhundert.




  • 10
    Stundenlang schieben sich stille Menschen durch den kleinen Raum, achtsam, ins Gebet oder Zwiegespräch vertieft mit Maria ... mit ihrem Gott ...




  • 11
    Das Äußere der Kapelle ist bedeckt mit zahllosen Votivtafeln aus vielen Jahrhunderten, traditionell gemalt in Stil der naiven Malerei; Beispiele für das dankenswerte Eingreifen der Gottesmutter in den irdischen Alltag.




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